Theoretische Grundlagen

Die Auswahl an Autorenwerkzeugen ist groß. Zahlreiche kommerzielle Produkte stehen zur Verfügung, zunehmend finden sich auch immer mehr nicht-kommerzielle Varianten, sog. Open Source-Programme. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der reinen Informationsvermittlung über Interaktionen und Übungen bis hin zu Tests. Sie sind flexibel einsetzbar: ob direkt im Unterricht, als Selbstlernmodul oder als unterrichts- und kursbegleitende Maßnahme.

Die hier vorgestellten Werkzeuge sind kostenfrei und leicht zu bedienen. Ihre Verwendung benötigt keinerlei Programmierkenntnisse und sie sind sowohl für Lehrer als auch für Schüler geeignet. Hier liegt dann auch der eigentliche Mehrwert von Autorenwerkzeugen: Sie können neben der didaktischen Bereicherung des Unterrichts auch methodisch vielfältig eingesetzt werden. Aufgrund der minimalen technischen Voraussetzungen sind sie dazu geeignet, den Schülern selbst in die Hand gegeben zu werden und diese Lerninhalte selbst aufbereiten zu lassen. Die so stattfindende aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff erhöht die Nachhaltigkeit des Unterrichtes um ein Vielfaches. Daher findet sich in den jeweiligen Einsatzszenarien der Werkzeuge neben der rezeptiven Anwendung im Unterricht oft auch ein Kapitel mit Möglichkeiten, die Schüler aktiv an der Content-Erstellung zu beteiligen.

 

Defintion Autorenwerkzeuge

Eine eindeutige und allgemeingültige Definition des Begriffes Autorenwerkzeuge liegt nicht vor. Im weitesten Sinne handelt es sich dabei um Werkzeuge und Programme, die der Erstellung von (multimedialen) Lerninhalten dienen, welche eine interaktive Auseinandersetzung mit Lehr- und Lernanwendungen ermöglichen. In der Fachwelt finden sich zudem auch Synonyme wie Autorensysteme, Autorentools oder auch Authoring Tools. Bei allen Begriffen handelt es sich um „Termini technici“ und schließt somit sowohl die weibliche als auch die männliche Form mit ein.

 

Klassifizierung von Autorenwerkzeugen

Die Literatur zu diesem Thema ist umfangreich, aber meist integrativer Bestandteil umfassender Werke. Ein kleiner Überblick zeigt, wie unterschiedlich Autorenwerkzeuge klassifiziert werden können:

 

Haefele/Maier-Haefele (in Baumgartner, 2004, S. 75) unterscheiden beispielsweise

  • professionelle Werkzeuge die den Einsatz einer Programmiersprache erforderlich machen, z. B. Macromedia Authorware
  • Standardeditoren mit Plug-Ins, die eine einfache Erstellung von Webseiten ermöglichen, z. B. Dreamweaver
  • Autorensysteme für Rapid Content Development, die es mittels einer vergebenen Struktur ermöglichen, interaktive Inhalte in kurzer Zeit zu erstellen
  • Content Converter zur Umwandlung von einfachen Text-Dokumenten in HTML-Dateien
  • Live-Recording Systeme, die die Aufzeichnung von Vorträgen und Präsentationen ermöglichen, welche nach einer Aufbereitung in einer anderen Lernumgebung zur Verfügung gestellt wird
  • Editoren für mathematische Formeln

 

Michael Wache (2003, S 6ff) unterscheidet hingegen diese Werkzeuge nach ihrem Verwendungszweck

  • Erstellung von Multimedia-Komponenten
  • Erstellung von Wissenstests
  • Erstellung von integrierten mulimedialen eLearning-Modulen
  • Entwicklung und Durchführung kompletter Web-Based-Trainings/Computer-Based-Trainings
  • Erstellung und Organisation mehrerer Online-Kurse

 

Baumgartner (2004, S. 99ff) stellt an Autorenwerkzeuge fünf Anforderungen:

  • Interoperationalität: wie gut arbeitet das Autorensystem mit anderen Systemen zusammen und wie gut lässt es sich in eine Lernumgebung integrieren?
  • Wiederverwendbarkeit: können die erstellten Inhalte (Lernobjekte) auch anderweitig und in anderen Zusammenhängen verwendet werden?
  • Verwaltbarkeit: werden über das Verhalten der Lernenden und die Inhalte Aufzeichnungen geführt?
  • Zugang: wie einfach können Lehrende zu einer bestimmten Zeit auf bestimmte Inhalte zugreifen?
  • Nachhaltigkeit: bleiben bisher funktionierende Werkzeuge auch dann funktionsfähig, wenn sich die Technologie verändert und weiterentwickelt?